Kunst und Bier 2026

41 Bewerbungen aus aller Welt lagen der Jury Anfang März bei Ihrem Auswahltreffen vor.

Das Interesse am Symposium „Kunst und Bier“ im Kloster Andechs war auch für die kommende Ausgabe außerordentlich groß. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland reichten ihre Bewerbungen ein – darunter sogar Einsendungen aus Mexiko und Japan. Die hohe Qualität und internationale Vielfalt der Arbeiten machten die Auswahl für die Jury nicht leicht. Die Jury, bestehend aus Pater Anno (Kloster Andechs), Ernst Grünwald (Teilnehmer bei Kunst und Bier 2003), Hubert Huber (Leiter des Symposiums), Martin Glaab (Kloster Andechs) sowie Georg Scheitz (Erster Bürgermeister der Gemeinde Andechs), beriet in intensiven Auswahlrunden über die eingereichten Positionen.

Nun stehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Symposium „Kunst und Bier“ 2026 fest, das vom 18. bis 25. August 2026 auf dem Heiligen Berg stattfinden wird:

  • Katharina Haebler, Herrsching am Ammersee
  • Ole Prietz, Bremen
  • Martin von Lossa, Leipzig

Das Kloster Andechs freut sich darauf, auch 2026 wieder zeitgenössische Kunst, kreative Begegnungen und inspirierenden Austausch an einem besonderen Ort zu ermöglichen.

Die Bildhauerin Katharina Haebler, geboren 1981 in München, lebt und arbeitet heute in Herrsching am Ammersee. Nach ihrer Ausbildung zur Holzbildhauerin an der Schule für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen studierte sie Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München, unter anderem in den Klassen von Nicolaus Gerhart und Olaf Nicolai. Seit vielen Jahren ist sie mit ihren Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland vertreten, darunter in München, Berlin und London. Ihre künstlerische Arbeit zeichnet sich durch handwerkliche Präzision, Humor und eine charakterstarke figurative Formensprache aus.

Für das Symposium „Kunst und Bier“ präsentiert Katharina Haebler den Entwurf „Die letzte Runde“. Die etwa zwei Meter hohe Holzskulptur zeigt ein laufendes Huhn, das auf einem massiven Holzstamm balanciert und auf seinem Kopf einen kippelnden Maßkrug trägt. Die Arbeit spielt auf humorvolle Weise mit Gegensätzen wie Stolz und Taumel, Leichtigkeit und Last. Durch die wetterfeste Fassung ist die Skulptur dauerhaft für den Außenbereich konzipiert. Erste Modellarbeiten und Zeichnungen zeigen bereits die lebendige, humorvolle Ausstrahlung des Entwurfs.

Martin von Lossa, geboren am 5. September 1989 in Wurzen, lebt und arbeitet als freischaffender bildender Künstler in Leipzig. Nach seiner Ausbildung zum Metallbauer mit Fachrichtung Konstruktionstechnik studierte er von 2014 bis 2020 Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, unter anderem in der Fachklasse von Prof. Christoph Ruckhäberle. Seine künstlerische Arbeit verbindet handwerkliche Präzision mit malerischem und plastischem Ausdruck. Neben seiner freischaffenden Tätigkeit war Martin von Lossa unter anderem als Lehrbeauftragter an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig tätig und arbeitet seit mehreren Jahren als Gästeführer im Asisi Panometer Leipzig. Seine Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Darüber hinaus erhielt er mehrere Auszeichnungen und Förderungen, darunter das Denkzeitstipendium des Freistaates Sachsen sowie eine Nominierung für den Europäischen Kunstpreis der B. und G. Rosenheimstiftung. 

Die Skulptur „Doppelbock“ greift auf spielerische Weise ein Stück bayerischer Brau- und Sprachgeschichte auf. Der Begriff „Doppelbock“ stammt ursprünglich aus der Brauereisprache und leitet sich vom historischen „Ainpöckisch“ beziehungsweise Einbecker Bier ab, aus dem im Laufe der Zeit das heutige Bockbier entstand. Besonders kräftige Biere wurden schließlich als Doppelbock bezeichnet. Diese Tradition übersetzt die Skulptur in eine bildhauerische Formensprache: Zwei Steinböcke erklimmen einen Turm aus rautenförmigen Elementen – eine Anspielung auf bayerische Identität und Braukultur. Die in den Stamm eingearbeiteten runden Vertiefungen sind inspiriert von historischen Bierkrügen aus Glas und verleihen der Arbeit zusätzliche Tiefe und Charakter. Die Skulptur ist zugleich funktional für den Außenbereich konzipiert, sodass kein Standwasser entstehen kann. Vorgesehen ist eine Stammhöhe von etwa 1,7 bis 2 Metern bei einem Durchmesser von 40 bis 60 Zentimetern.

Ole Prietz, geboren am 12. August 1990 in Göttingen, lebt und arbeitet seit 2016 als freischaffender Künstler in Bremen. Seine künstlerische Laufbahn begann mit einer Ausbildung an der staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Oberammergau, die er 2016 erfolgreich abschloss. Anschließend studierte er Freie Kunst an der Hochschule für Künste Bremen, wo er 2022 sein Diplom erwarb und 2023 sein Meisterschülerstudium abschloss. In seiner Arbeit verbindet Ole Prietz handwerkliche Präzision mit zeitgenössischer Bildhauerei und performativen Elementen. Seine Werke wurden in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen, Symposien und Kunstprojekten präsentiert, unter anderem in Portugal, Südtirol und Nordhessen. Darüber hinaus realisierte er verschiedene Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum und wirkte an interdisziplinären Kunstprojekten mit. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine experimentelle, materialbezogene und zugleich ausdrucksstarke Formensprache aus.

Mit seinem Entwurf „Der total verrückte Zapfhahn-Flug“ verbindet Ole Prietz auf humorvolle und fantasievolle Weise Braukultur mit bildhauerischer Erzählkraft. Ausgangspunkt der Skulptur ist die Form eines Zapfhahns, die den Künstler an ein drachenähnliches Wesen erinnerte. Ergänzt durch eine Reiterfigur entsteht eine dynamische Szene, die sinnbildlich für die berauschende und manchmal unvorhersehbare Wirkung von Biergenuss steht. Der Reiter lenkt seine Reise über den Hebel des Zapfhahns und bestimmt so selbst, wie wild und turbulent der Flug verläuft. Die Symbolik des Drachen – zugleich faszinierend, kraftvoll und unberechenbar – wird dabei spielerisch mit der Welt des Bieres verknüpft. Formal entsteht ein spannender Kontrast zwischen der technischen, mechanischen Form des Zapfhahns und den organischen, lebendig modellierten Formen der Figur.

Unterstützer

Das Symposium „Kunst und Bier“ wird unterstützt von der Gemeinde Andechs, dem Landkreis Starnberg, dem Bezirk Oberbayern, der Forstverwaltung Graf zu Toerring-Jettenbach und der Klosterbrauerei Andechs.

Über das Symposium "Kunst und Bier"

Über 20 Jahre Symposium Kunst und Bier
Den Wettbewerb für Künstlerinnen und Künstler gibt es seit 2002. Eingeladen werden Künstler, die sich am öffentlichen Wettbewerb beteiligen und von der Jury ausgewählt werden. Die Gewinner werden nach Andechs eingeladen und fertigen auf der Wiese unterhalb des Klosters ihre Kunstwerke. Die entstandenen Kunstwerke sind Eigentum der Künstler. Diese stellen die Kunstwerke für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren für die Ausstellung im Kloster- und Gemeindegebiet zur Verfügung.
Seit einigen Jahren veranstalten die Künstler an einem Tag ein Ferienprogramm mit Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren. Die Besucherinnen und Besucher können dann vom 18. bis 25. August den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und die Entstehung der Kunstwerke verfolgen.

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