Dreihostienfest

Das Dreihostienfest ist fest mit der Andechser Wallfahrt verbunden und wird am Tag des Kirchweihfestes, dem letzten Sonntag im September, gefeiert. Nach dem Festgottesdienst wird die Dreihostienmonstranz in feierlicher Prozession um den Berg getragen.

Die Heiligen Drei Hostien gelangten im 12. Jahrhundert von Rom über Bamberg auf die Andechser Burg. Nach Zerstörung der Andechser Burg galten sie jahrzehntelang als verschollen. Ihre Wiederauffindung 1388 erregte großes Aufsehen und belebte die Andechser Wallfahrt neu, deren Anfänge ins 11. Jahrhundert zurückreichen.

Der päpstliche Kardinallegat Nikolaus von Kues hieß die Wallfahrt Mitte des 15. Jahrhunderts für gut und empfahl ihre weitere Durchführung. Im Zuge der Wiederbelebung der Wallfahrt wurde zu Beginn des 15. Jahrhundert der Bau der Andechser Wallfahrtskirche durch Herzog Ernst von Bayern veranlasst. 1455 erfolgt die Stiftung des Benediktinerklosters durch seinen Sohn, Herzog Albrecht III.

Andechs – ursprüngliche Christus-Wallfahrt

Die Heiligen Drei Hostien bilden das Kernstück des Andechser „Heiltums“. Zwei Hostien sollen von Papst Gregor dem Großen (6. Jahrhundert) herrühren und weisen blutfarbig das Kreuz bzw. ein Fingerglied auf; die dritte mit dem Monogramm Jesu in Blut soll auf Papst Leo IX. (11. Jahrhundert) zurückgehen.
Im Dreihostienfest kommt Andechs als ursprüngliche Christus-Wallfahrt zum Tragen. Der in Brot und Wein gegenwärtige Herr Jesus Christus wird hier verehrt. Das Andechser Dreihostienfest erinnert daran, dass Jesus Christus in seiner Kirche lebt und Menschen im Glauben zusammenführt. So ist das Dreihostienfest auch Zeichen für die Völkerwallfahrt, wie sie Jesaja beschreibt (Jes 25, 6-10). Gott selbst lädt ein zum Gastmahl auf seinen Heiligen Berg.

Kloster Andechs Wappen