Direkte Umweltaspekte

Nach Aufdeckung unserer Umweltauswirkungen, wurden diese bewertet und nach Relevanz sowie Einflussbarkeit gewichtet. Dabei wird deutlich, dass unser Haupthandlungspotenzial im Energieverbrauch und bei der Abwasserbelastung liegt. Anschließend folgen Wasserverbrauch, Erzeugung von Abfällen und Umgang und Lagerung mit Gefahrenstoffen.

ABC-Analyse - Unser Bewertungsschema


A   hohe Umweltrelevanz, hohe Umweltbelastung, großer Handlungsbedarf
B   mittlere Umweltrelevanz, mittlere Umweltbelastung, mittlerer Handlungsbedarf
C   geringe Umweltrelevanz, geringe Umweltbelastung, geringer Handlungsbedarf

Nach der Einstufung der Umweltaspekte wurde eine Bewertung im Hinblick auf die Einflussmöglichkeit des Betriebes bewertet.
Folgende Kategorien wurden festgelegt:
I    Kurzfristig ist ein relativ großes Steuerungspotenzial vorhanden
II   Der Umweltaspekt ist nachhaltig zu steuern, jedoch erst mittel- bis langfristig
III  Steuerungsmöglichkeiten sind für diesen Umweltaspekt nicht nur sehr langfristig oder nur in Abhängigkeit von Entscheidungen Dritter gegeben.

Auswirkungen des Anlagenbetriebs und Notfallmanagement

Die Anlagen sind auf dem Stand der Technik und werden regelmäßig gewartet und instandgesetzt. Mindestanforderungen sind durch gesetzliche Prüfpflichten vorgegeben (EDV-dokumentiert) und werden durch folgende Kontrollmaßnahmen ergänzt:
▪ Wartung umweltrelevanter Prozesse (z.B. Heizung, Druckbehälter, Reinigungsprozesse)
▪ Dichtigkeit von (Abwasser-) Kanälen und Leitungen
▪ Funktionsfähigkeit von Lagereinrichtungen für gefährliche Stoffe (Heizöltank, Dieseltankstelle, Chemikalienlagerung)
Durch den sachgemäßen Umgang mit Hilfs- und Betriebsstoffen besteht kein Verdacht auf Bodenverunreinigungen. In einer Anweisung sind alle wichtigen Schritte bei Eintreten eines Notfalles festgelegt. Dies betrifft insbesondere die Reaktion auf einen Brandfall.
Auftretende Störungen in der Ammoniak-Anlage in unserer Brauerei werden sofort an die verantwortlichen Mitarbeiter gemeldet. Die Feuerwehr führt in regelmäßigen Abständen Übungen zur Gefahrenabwehr durch.

Gesamtenergieverbrauch


Der Gesamtenergieverbrauch konnte von 2016 bis 2018 leicht reduziert werden (siehe Abbildung 4). Nach einem deutlichen Anstieg 2019 gegenüber 2018 aufgrund des Neubaus von Flaschenfüllerei und Lagerhalle, konnte der Verbrauch 2020 wieder gesenkt werden – allerdings nicht in dem Maß, wie es die Energieeffizienz der neuen Flaschenfüllerei erwarten ließ.

Grund hierfür ist die massive Verschiebung des Bier-Ausstoßes 2020 von der Fass- hin zur Flaschenfüllung, verursacht vor allem durch die pandemiebedingte monatelange Schließung der Gastronomie. Fakt ist, dass im Vergleich der beiden Gebinde KEGFass und NRW-Flasche, der Energieverbrauch im Bereich der Flaschenfüllung klar höher ist.

Trotzdem konnte 2020 im Vergleich zu 2010 eine Reduktion des Gesamtenergieverbrauchs von fast 20% erreicht werden, trotz der Realisierung vieler auch im laufenden Betrieb energieintensiver Prozesse, wie zum Beispiel der Einsatz der eigenen Entalkoholisierungsanlage seit 2016.

Stromverbrauch


Eine vergleichbare Entwicklung zeigt sich beim Stromverbrauch. Gerade der Neubau und die Inbetriebnahme der Flaschenfüllerei 2018/19 schlägt deutlich zu Buche, wie in Abbildung 5 deutlich erkennbar. Trotz der massiven und energieintensiveren Verschiebung des Bier-Ausstoßes 2020 von der Fass- hin zur Flaschenfüllung, konnte der Stromverbrauch 2020 durch die Energieeffizienz der neuen Füllerei fast wieder auf das Niveau von 2018 zurückgeführt werden. Im Langzeit-Vergleich zu 2010 konnte der Stromverbrauch um über 6,5% gesenkt werden, trotz der in der Zwischenzeit erfolgten im laufenden Betrieb stromintensiven Investitionen wie der 2016 in Betrieb genommenen Entalkoholisierungsanlage.

Wärmeenergie-Verbrauch


Die Klosterbrauerei Andechs verwendet Erdgas nicht wie andernorts mehrheitlich zur Bereitstellung von Heizenergie, sondern setzt die Energie im Prozess ein. Eine konventionelle Witterungsbereinigung macht unter diesen Umständen keinen Sinn. Nichts desto trotz spielt die Witterung eine Rolle beim Verbrauch. Heizöl wird grundsätzlich ausschließlich für den Not- und Probebetrieb verwendet. 2018/19 wurde aber aufgrund der Baumaßnahmen vorübergehend verstärkt Heizöl verwendet. Wie in Abbildung 5 ersichtlich bleibt der Wärmeenergieverbrauch relativ konstant, im Vergleich zu 2016 stellten wir 2020 nur einen um etwas über 3% höheren Verbrauch fest. Das ist mit Blick auf die Tatsache, dass wir seit 2019 aufgrund des Neubaus von Flaschenfüllerei und Lagerhalle deutlich mehr umbauten Raum zu beheizen hatten, ein positives Ergebnis.

Kraftstoff-Verbrauch


Bei der Betrachtung des Kraftstoffverbrauchs pro produziertem Hektoliter Bier (siehe Abbildung 7) fällt auf, dass eine Reduktion von über 18% seit 2016 erreicht werden konnte. Nach fast erfolgtem Abschluss der Umstellung von Diesel- auf Elektrostapler werden die dieselbetriebenen Stapler nur noch eingesetzt, wenn alle Elektrostapler voll ausgelastet sind. Der deutliche Rückgang im Jahr 2020 gegenüber 2019 damit zu begründen, dass aufgrund der Pandemie die Belieferung von Gastronomie und Festen stark rückläufig waren. Im Vergleich zu 2011 wurde der Dieselverbrauch des Fuhrparkes pro produziertem Hektoliter Bier um 36% reduziert.

Emissionen


Der Emmissionsausstoß (siehe Abbildung 8) entwickelte sich erwartungsgemäß in einem ähnlichen Rahmen wie der Gesamtenergieverbrauch. Auch hier sind die neubaubedingten einmaligen Emissions-Spitzen im Jahr 2019 deutlich zu erkennen. Eine noch deutlichere Reduzierung der Emissionen in 2020 konnte nicht erreicht werden aufgrund der massiven Verschiebung des Bier-Ausstoßes 2020 von der Fass- hin zur Flaschenfüllung, verursacht vor allem durch die pandemiebedingte monatelange Schließung der Gastronomie. Erfreulich ist, dass im Langzeit-Vergleich der Kohlendioxidausstoß seit 2010 um 28% gesenkt werden konnte.

Wasser


Das Wasser wird sowohl für den Brauprozess als auch zum Kühlen und Reinigen verwendet. Grundsätzlich setzt die Klosterbrauerei Andechs nur Wasser mit Trinkwasserqualität ein. Das Brauwasser unterliegt regelmäßig einer Qualitätssicherung nach der deutschen Trinkwasserverordnung, bei der das Wasser auf bakterielle und chemisch-physikalische Verunreinigungen untersucht wird. Durch Sensibilisierung der Mitarbeiter und Optimierung unserer Anlagen und Geräte nutzen wir grundsätzlich alle Möglichkeiten, um Wasser einzusparen und somit auch anfallendes Abwasser zu verringern. Beim Gesamtwasserverbrauch konnte von 2016 bis 2020 eine weitere leichte Reduktion verbucht werden. Grund hierfür ist vor allem die 2019 in Betrieb genommene Flaschenflaschenwaschmaschine, die mit fast 50% weniger Wasser pro produziertem Hektoliter Bier auskommt.

Abwasser


Das in der Klosterbrauerei anfallende Abwasser kann direkt in die Kanalisation eingeleitet werden. Lediglich durch organische Inhaltstoffe (angegeben im CSB-Wert, der den chemischen Sauerstoffbedarf beschreibt) oder den pH-Wert sind Belastungen vorhanden. Jedoch sind die Anforderungen hinsichtlich einzuhaltender Grenzwerte mit dem Abwasserzweckverband abgestimmt und werden genauestens überwacht.

Umgang und Lagerung von Gefahrstoffen

Wenn möglich vermeiden wir die Verwendung von Stoffen, die Mensch und Umwelt gefährden können. Dennoch lässt sich ein hundertprozentiger Verzicht allein aus hygienischen Gründen nicht realisieren. Um einen Überblick über verwendete und gelagerte Gefahrenstoffe zu behalten, aktualisieren wir fortlaufend unseren Gefahrstoffkataster. Ebenso bringen wir unsere Sicherheitsdatenblätter sowie Betriebsanweisungen nach GefStoffV auf den neuesten Stand, um somit mögliche Betriebsunfälle mit umweltschädigenden Folgen vorzubeugen.

Reinigungsmittel


Der Einsatz von Reinigungsmittel und Reinigungschemie ist in der Lebensmittelindustrie, zu der auch die Klosterbrauerei gezählt wird, unabdingbar. Wir legen großen Wert auf die Einhaltung der hygienischen Standards und sind uns bewusst, dass wir an Reinigungsmitteln rein als Vorsorgemaßnahme nicht sparen können. Andererseits stellen diese Mittel ein hohes Umweltrisiko dar. Durch die neue Flaschenwaschmaschine ist der Verbrauch an Natronlauge 2020 zwar zurückgegangen (siehe Abbildung 11), jedoch nicht in dem Maße, wie erwartet. Grund ist wiederum die massive Verschiebung des Bier-Ausstoßes 2020 von der Fass- hin zur Flaschenfüllung, verursacht vor allem durch die pandemiebedingte monatelange Schließung der Gastronomie.

Abfall Füllerei


Alle Abfallarten werden in einer Abfallbilanz erfasst und getrennt sowie standardgemäß entsorgt und verwertet. Die Abbildung 12 stellt die Menge der Abfallfraktionen aus der Füllerei in den Jahren 2016– 2020 dar.

In der Füllerei fällt dabei besonders der Glasabfall (Braunglas) ins Gewicht. Die Entwicklung der Mengen an Braunglas ist abhängig von der Abfüllmenge und der Qualität der Flaschen, die aus dem Mehrwegsystem zurückkommen und damit durch uns kaum beeinflussbar.

Die 2020 gegenüber 2019 gestiegenen Abfallmengen im Bereich Braunglas und Altetiketten ist zum einen auf den hochmodernen Flascheninspektor in der neuen Flaschenfüllerei zurückzuführen. Dank neuester Technik findet er noch mehr optische Mängel in Flaschen, die dann aussortiert werden. Fakt ist aber auch, dass die Qualität des NRW-Flaschenpools in den letzten Jahren nicht gehalten werden konnte und daher der Braunglasabfall gestiegen ist. Zudem hat die schon mehrfach erwähnte Verschiebung des Bier-Ausstoßes 2020 von der Fass- hin zur Flaschenfüllung, für größere Abfallmengen in diesem Bereich gesorgt.

Abfall in der restlichen Brauerei


Da für die Abfälle aller Klosterbetriebe ein gemeinsamer Wertstoffhof angelegt ist, besteht nur eine geringe Aussagekraft der Daten, auch eine Verschiebung der Entsorgungsvorgänge über die Jahreswechsel kann zu den dargestellten Schwankungen führen.

Wir prüfen dennoch weiterhin Maßnahmen und setzen diese um, die dazu beitragen können die Abfallmengen zu reduzieren. Organisation der Sammlung, Verwertung und ordnungsgemäßen Entsorgung obliegt unserem Abfallbeauftragten.

Die in 2019 gegenüber 2018 stark gestiegenen »Abfälle zur Verwertung« und »Schrott« sind auf den Abbau der alten Flaschenfüllerei und ihrem Umbau in ein Vollgutlager zurückzuführen.

Da der Ölabscheider nur bei Bedarf geleert und grundgereinigt wird, fielen in diesem Bereich 2018 und 2020 keine Abfallmengen an.

Treber ist ein Nebenprodukt und kann nicht als Abfall angesehen werden, da er ein beliebtes Futtermittel ist. Die Menge der Treberproduktion ist abhängig von der Produktionsmenge und dem Produktmix.

Biodiversität

Wir fördern aktiv die biologische Vielfalt in unserem unmittelbaren Umfeld und entwickeln so den Lebensraum rund um die Klosterbrauerei nachhaltig. Im Zuge der Erweiterung der Klosterbrauerei um eine neue Füllerei und eine neue Lagerhalle haben wir 4.661m² hochwertige Ausgleichflächen geschaffen.

So entsteht zum einen eine »Verbundachse «, die bestehende biologisch wertvolle Flächen rund um das Naturdenkmal »Bärneich« miteinander verbindet und den Übergang zwischen den Biotopen und Flächen mit landwirtschaftlicher Nutzung noch verträglicher gestaltet. Zum anderen haben wir im Westen des Brauereigeländes eine Streuobstwiese anlegen lassen. Die Obstbäume sind als Nähr- und Nistgehölz ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Vogelgattungen und Feldmäuse. Zusätzlich haben wir Nistkästen für Fledermäuse im Gehölz um die Brauerei angebracht.

Indirekte Umweltaspekte der Brauerei

Bei den indirekten Umweltaspekten haben wir, wie die Beschreibung schon vermuten lässt, keinen direkten Einfluss. Wir können aber dennoch durch Auswahlkriterien für Lieferanten, Mitarbeiterschulungen und Öffentlichkeitsarbeit zumindest einen Teileinfluss ausüben.

Öffentlichkeitsarbeit

Um einen nachhaltigen und dauerhaften Umwelt-Dialog mit den verschiedensten Bezugsgruppen der Klosterbrauerei sicherzustellen, informieren wir über unser EMAS-Engagement auf unserer Internetseite www.andechs.de/klosterbrauerei/emas-umweltzertifizierung.html. Im Rahmen der vorliegenden Umwelterklärung suchen wir ebenfalls den umweltorientieren Dialog. Wir informieren Kundinnen und Kunden, Besucherinnen und Besucher über unser Umweltsystem und unsere Ziele und Maßnahmen.

Lieferanten / Rohstoffeinkauf

Nur ausgesuchte hochwertige Rohstoffe kommen für die kompromisslose Qualitätsphilosophie der Klosterbrauerei in Frage, gemäß dem Leitbild der klösterlichen Unternehmen: »Unsere Tradition ist es, fortschrittlich zu sein und unseren Fortschritt verdanken wir einer großen Tradition.«

Es wird auf eine hohe Qualität bei den wichtigsten Rohstoffen (Wasser, Malz, Hopfen und Hefe) gelegt. So bezieht die Klosterbrauerei ausschließlich das Malz aus bayerischen Mälzereien oder verwendet als Hopfen nur den Hallertauer Aromahopfen. Da Bier zu 90% aus Wasser besteht, muss hierfür das Wasser eine sehr gute Qualität besitzen. Die Klosterbrauerei Andechs verwendet nur Wasser mit Trinkwasserqualität, welches regelmäßig auf Verunreinigungen untersucht wird.

Unsere Lieferanten bewerten und überwachen wir stets nach unseren Umweltmaximen. Das bedeutet, dass wir großen Wert auf umweltorientierte Wirtschaftsweise unserer Rohstofflieferanten legen und dafür uns auch regelmäßig vorhandene Umweltzertifikate (EMAS, DIN ISO 14.001) vorlegen lassen.

Interne Kommunikation

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kann durch aufmerksames Handeln viel zum Umweltschutz beitragen. Abschalten von Licht beim Verlassen des Raumes, Abdrehen des Wasserhahnes oder angemessenes Heizen summieren sich über die Zeit zu einen signifikanten Beitrag zum Umweltengagement unserer Klosterbrauerei. Daher sehen wir es als eine wichtige Aufgabe, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sensibilisieren und ihnen ein umweltorientiertes Arbeiten so gut es geht nahezulegen.

Kloster Andechs Wappen