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Kunst in der Klosterkirche
Die Grundzüge der Kirche auf dem Heiligen Berg entsprechen noch heute denen der spätgotischen Hallenkirche, die Herzog Ernst I. von Bayern 1423 errichten ließ. Herzog Albrecht III. von Bayern, sein Sohn und Nachfolger, gründete 1455 das Benediktinerkloster Andechs und erweiterte die Klosterräumlichkeiten. Andechs war Kloster- und Wallfahrtskirche.

1609 wurde die erste größere Umgestaltung der Kirche im Stil der italienischen Spät-Renaissance (Doppel-Hochaltar im Chor, Empore) vorgenommen.

Der große Brand von 1669 zerstörte die Kirche fast vollständig. Nur die Heilige Kapelle blieb verschont. Die Wiederaufbauarbeiten erstreckten sich über viele Jahre (1669 – 1679).

Erst 1712 begann die Barockisierung der Kirche (Altargitter aus Schmiedeeisen). Bei diesen Baumassnahmen wurden unter anderem die Fenster im Bereich des Hochaltars vergrößert, so dass der Kirchenraum seitdem von Licht durchflutet ist.

Im Zuge der Vorbereitungen zur 300-Jahrfeier der Stiftung des Kloster und auf Initiative des Abtes Bernhard Schütz wurde die Klosterkirche 1751 - 1755 umgestaltet.

Die Planung für die Neugestaltung der Kirche oblag Johann Baptist Zimmermann, Hofmaler und Hofstuckateur (1680 - 1758). Ihm ist es gelungen, die bestehenden Grundzüge des spätgotischen Kirchenraumes (1423 von Herzog Ernst I. von Bayern errichtet) zu erhalten und ein faszinierendes Zusammenspiel zwischen den barocken Elementen (von 1712) und den neuen Stukkaturen und der Freskenmalerei im Stil des Rokokos zu schaffen.
In diesem Bild zeigt sich die Kirche noch heute.

Zu den großen Meister der damaligen Zeit, die an der Planung und Ausführung der Arbeiten in der Kirche beteiligt waren, gehören:

Johann Baptist Zimmermann, Hofmaler und Hofstuckateur (1680 - 1758), Wessobrunner Schule
- Baumeister der Kirche, Kirchenplanung
- Neugestaltung des Doppel-Hochaltar (von 1609)
- Stukkaturen an Decke, Wänden, Pfeilern und in einigen Kapellen
  (Törring-Kapelle, Prälaten-Kapelle)
- 4 Seitenaltäre, dem hl. Benedikt, hl. Rasso, hl. Johannes und hl. Michael
  geweiht
- Deckenfresken im Mittelschiff, den Seitenschiffen und in der Sakristei
- 26 Ölbilder an der Emporenbrüstung
- Wandgemälde an den Seitenwänden der Seitenschiffe
- Wandgemälde an den Seitenwänden der Orgelempore

Johann Baptist Straub, Münchener Hofbildhauer (1704 - 1784)
- Seitenfiguren an den vorderen Seitenaltären, die „Vier Kapläne Mariens“
- Seitenfiguren am unteren Hochaltar
- Putten und Vasen an den hinteren Seitenaltären

(J.B. Straub hat auch den Hochaltar in der Kirche in Grafrath gestaltet, in dem die Gebeine des hl. Rasso in einem Glassarg liegen)

Franz Xaver Schmädl (1705 - 1777), Bildhauer, Weilheimer Schule
- Gottvaterfigur oben am Hochaltar
- Emporenfiguren: hl. Nepomuk, hl. Florian
- Kreuzaltar in der Prälatenkapelle
- Ausführung der Arbeiten am oberen Hochaltar (Planung J. B. Zimmermann)

Hans Degler, (um 1570 – 1634/35) Weilheimer Bildhauer
- Maria Immakulata, oberer Hochaltar (1608/09)

Johann Andreas Wolff (1652 - 1716) Münchener Hofmaler
- Gemälde der vorderen Seitenaltäre: „Der sterbende Benedikt“
   „Der heilige Rasso“

Elias Greiter d.J. (1595 – 1641/42), Weilheimer (Fass-) Maler
- Gemälde der hinteren Seitenaltäre: „Taufe Jesu“
   „Heiliger Michael“

Johann Michael Roth (gest. um 1763), Goldschmied, München
- Tabernakel (1755/56)
- Strahlennische, vergoldete Kupferarbeit am unteren Hochaltar


Eine genaue Beschreibung der einzelnen Kunstwerke in der Kirche finden Sie in der Rubrik Kirchenführung.
 

Eine genaue Beschreibung der einzelnen Kunstwerke im Kloster und Fürstentrakt finden Sie in der Rubrik Kunst in den Klosterräumen.
 Kunst in den Klosterräumen
Quellen für geschichtliche Angaben sowie weiterführende Literatur siehe Impressum. Literatur über den Heiligen Berg, die Andechser Kirche und das Kloster Andechs finden Sie im Klosterladen