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Die Andechser Wallfahrt

Die Anfänge der Wallfahrt in Andechs sind schon im 12. Jahrhundert anzusetzen. Im Laufe von Jahrhunderten wurden namhafte Reliquien gestiftet und im Heilthumschatz zusammengefasst. Sie bildeten den Anziehungspunkt für die Wallfahrer. Diese wollten – und das geschieht bis auf den heutigen Tag – auf dem Heiligen Berg den Reliquien und damit den Heiligen selbst nahe sein, um sich ihrer Fürbitte zu versichern.

Für das Heiligtum und darum für die Wallfahrt nach Andechs waren konkrete Reliquien und Heilthümer das Ziel der Pilger und Wallfahrer. Zu diesen gehören u.a. ein Partikel aus der Dornenkrone Christi sowie Brautkleid und Brustkreuz der hl. Elisabeth. Der hl. Hedwig wird ein Kopfreliquiar zugeschrieben. Hinzukommen ein Stück aus dem Gewand des hl. Nikolaus und das sogenannte Siegeskreuz Karls des Großen. Führungen in die Heilige Kapelle, wo der Heilthumsschatz heute aufbewahrt wird, gehören zum Programm der Kirchenführungen.

Wie sah nun die seelsorgerliche Betreuung der Pilger bei damaligen Wallfahrten aus? Die Pilger wollten die Reliquien sehen und erfahren, um dann die jeweiligen Heiligen um Fürbitte anzurufen. Das geschah durch das so genannte „Vorzeigen der Reliquiare und Heilthümer“. Da es unmöglich war, die heiligen Geräte in der Enge der Heiligen Kapelle zu betrachten und zu verehren, wurden diese Heilthümer vom Fenster der heutigen Hedwigskapelle, auf der Südseite der Wallfahrtskirche, dem betenden Pilgern gezeigt. Neben dieser Zeigung fanden Gottesdienste in der Wallfahrtskirche statt. Vor allem hatten die Pilger Gelegenheit zum Empfang des Bußsakramentes.

Bei dieser „Weisung“ der Reliquien wurden Gebete, Lieder und Litaneien gesprochen und gesungen, je nachdem, ob es sich um das Reliquiar eines Märtyrers oder um eine Herrenreliquie, wie z.B. den Partikel aus der Dornenkrone Christi, handelte. Während dessen hielten die Pilger mit ihren Fahnen auf der Südseite der Wallfahrtskirche stundenlang aus.

Eine „Weisung“ der Heilthümer gibt es heute nicht mehr. Jede Wallfahrtsgruppe wird mit Weihwasser empfangen, worauf die Pilgermesse stattfindet. Die meisten Pilger werden nach der nachmittäglichen Andacht wieder verabschiedet, nachdem die Andachtsgegenstände (wie Rosenkranz und Kreuze etc.) gesegnet wurden. Statt der „Weisung“ werden die Gläubigen am Andechser Dreihostienfest mit der Dreihostienmontranz gesegnet. Nach der Überlieferung sind in der Monstranz zwei konsekrierte Hostien von Papst Gregor dem Großen und eine von Papst Leo IX. gefasst.

Wenn verschiedene Wallfahrtsgruppen inzwischen über 870 Mal in ununterbrochener Reihenfolge Jahr für Jahr nach Andechs pilgern, dann bezeugt dies auch das Alter der Andechser Wallfahrt. Zeugnisse dieser langen Tradition sind auch die Votivkerzen, die im Wachsgewölbe in westlichen Teil der Wallfahrtskirche zu finden sind. Auch die zahllosen Votivtafeln machen die Dankbarkeit der Wallfahrtsortschaften und der Pilger deutlich.

Die Hauptwallfahrtszeiten sind heute die sogenannte Kreuzwoche in der Woche von Christi Himmelfahrt und das Dreihostienfest am 4. Sonntag nach Pfingsten.

Kontakt:

Wenn Sie Kontakt zu einer Wallfahrtsgruppe in der Nähe Ihres Wohnortes aufnehmen möchten, nennt Ihnen das Pfarramt Andechs gerne Pilgerleiter.

Tel.: +49 – (0)8152 - 925810






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