Die vier von einer Jury ausgewählten Künstler erstellten ihre Arbeiten am Maibaumplatz unterhalb des Bräustüberls.
Die Künstler und Bildhauer Bernhard Apfel aus Leimen, Jean Kirsten aus Dresden, Michael Lauss aus Wegscheid und János Ruppert aus Szekszárd in Ungarn bestritten heuer das Symposium am Heiligen Berg. Nicht einfach war es für die Jury bei ihrer Sitzung am 29. April im Kloster Andechs aus mehr als 20 Einsendungen aus Deutschland, Österreich und Ungarn sowie der Türkei die Teilnehmer des Symposiums auszuwählen.
Jean Kirsten, 1966 in Dresden geboren, studierte 1990 bis 1995 Malerei/Grafik bei Günter Horlbeck an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. 1994 erhielt er den Förderpreis für Bildende Kunst des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft. Von 1995 bis 1997 war er Meisterschüler und von 1998 bis 2004 künstlerischer Assistent bei Günther Hornig. Seit 2004 lebt und arbeitet er in Dresden.
Andechs ist für Jean Kirsten aufs engste mit Carl Orff verbunden. Schon vor fünf Jahren hat er hier sein Grab besucht. Carl Orff und seine Musik waren für seine Arbeit immer sehr wichtig. 2001 hat er ein Ausstellungsprojekt zu Orffs Stück „Das Spiel vom Ende der Zeiten“ realisiert. Sein Entwurf zum Thema „Kunst und Bier“ möchte Zitate Orffs im Blick auf das gesellige Biertrinken nutzen. Diese Zitate werden collageartig auf zwei miteinander verbundene Würfel gezogen. Skulptur und Text treten somit in einen Dialog.
Spannende Momente bei der Entstehung des Kunstwerks von Bernhard Apfel dürften garantiert sein. 1947 in Bad Tölz geboren, arbeitete er von 1962 bis 1998 in einem Verwaltungsberuf und machte sich 1999 als Bildhauer selbstständig. Der Autodidakt nahm private Kurse bei Hans Reiser und Simon Dittrich. 2009 und 2010 war er Dozent an der Sommerakademie Frauenau. Seither beteiligt er sich zahlreichen Ausstellungen und Bildhauersymposien, so zum Bespiel 2007 in Davos, 2008 in Kaltennordheim (Thüringen) und 2010 in Reckental (Rheinland-Pfalz) und Seßlach in Oberfranken. Von 2006 bis 2009 nahm er am Bildhauersymposium St. Blasien im Schwarzwald teil, wo er 2009 den Preis der Jury erhielt.
Seinen Beitrag für das Symposium „Kunst und Bier“ hat Bernhard Apfel mit „Bairisches Mysterienspiel – a. d. 2011“ betitelt. Mysterienspiele wurden im Mittelalter oft vor (Kloster-)Kirchen, Domen oder Abteien aufgeführt. In der Regel war dies ein weltliches und klerikales Ereignis. Diese enge Verbindung von religiöser Einkehr und weltlichem Genuß möchte er mit seiner Skulptur verdeutlichen. Die ca. 2 m hohe Holzfigur wird „bekrönt“ mit einem etwa 80 bis 100 cm hohen Gesprenge, in welches seitig zwei (Zapf-)Hähne integriert sind. Mittig wird eine kleine Holzfigurine über das „Ganze“ gewissermaßen Regie führen. Apfel denkt dabei an den „fremden Gagler“, eine Figur aus Carl Orff´s bairischer Komödie „Astutuli“, die in Andechs natürlich bekannt ist.
Michael Lauss, 1955 in Linz geboren, wuchs in Nebelberg im oberen Mühlviertel auf und wohnt heute in Messnerschlag, wo er als Bildhauer und Maler tätig ist. Von 1994 bis 2000 hatte er sein Atelier in Passau, seither in Linz. 2007 erhielt er den Kulturpreis des Landkreises Passau. Seit über zwanzig Jahren beteiligt er sich an internationalen Bildhauersymposien, u. a. in Hauzenberg, Bayern (2007), Bad Goisern, im Rahmen der Landesausstellung Oberösterreich (2008), Aldersbach, Bayern (2008) und Wegscheid, Bayern (2010).
Für „Kunst und Bier“ wird er eine Skulptur aus Eiche mit dem Titel: „Stillleben“ oder „Ozapft wird“ fertigen. Holz und Farbe sind seine bevorzugten die Materialien. Die benutzt er, um die Baumstämme zu zerkleinern. Die auf diese Weise entstandenen Holzteile baut er zu Bildern und Objekten zusammen und bemalt sie anschließend.
János Ruppert wurde 1959 in Fünfkirchen( Südungarn) geboren. Ein künstlerisches Studium absolvierte er in Pécs. Von 1983 bis 1986 war er Zeichner in einem Filmstudio in Pécs, danach arbeitete er ein Jahr lang Baubildhauer, anschließend als Dekorateur bei verschiedenen Druckereien. Von 1989 bis 1991 ist er Bühnenbildmaler im Nationaltheater in Pécs. Seit 1991 arbeitet er als freischaffende Künstler. Eigene und Gruppenausstellungen führen ihn auch nach Deutschland und Italien. János Ruppert wird auf dem Symposium „Kunst und Bier“ eine Metall-Skulptur mit dem Titel „Die schöne Kellnerin“ realisieren.