Die drei von einer Jury ausgewählten Künstler erstellen ihre Arbeiten am Maibaumplatz unterhalb des Bräustüberls. Besucher des Heiligen Berges können dabei den Preisträgern ab dem 13. August bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Andechs arbeiten die Künstler am 16. August zwischen 9 und 12 Uhr mit Kindern von 7 bis 11 Jahren und leiten sie beim künstlerischen Gestalten an.
Die Künstler und Bildhauer Heike Endemann aus Radolfzell, Reinhard Osiander aus Bremen und Johannes Rößle aus Dießen am Ammersee bestreiten heuer das Symposium. Nicht einfach war es für die Jury bei ihrer Sitzung am 20. April im Kloster Andechs aus 21 Einsendungen aus ganz Europa die Teilnehmer für das Symposiums auszuwählen.
Johannes Rößle aus Dießen am Ammersee absolvierte bis 1988 seiner Ausbildung zum Holzbildhauer. 1993 machte er seinen Abschluss als Holzbildhauermeister in München und ist seither als freischaffender Bildhauer tätig.
Beim Symposium Kunst und Bier realisiert er eine rund zwei Meter hohe Skulptur mit dem Titel „Ein Andechser“. Minimiert in Form und Gestaltung, wirken sie zunächst statisch. Sie haben keinerlei Gestik, sind gebannt im Moment, lassen aber dennoch Kraft und Dynamik verspüren. „Die Kunst und die Kunst, Bier zu brauen, diese beiden Elemente in die Zukunft zu tragen ist die gedankliche Grundlage meiner Skulptur. Symbolisch soll meine Skulptur für die traditionelle Braukunst stehen, Interesse für die Bildende Kunst wecken und dessen Wichtigkeit in unserer Gesellschaft vermitteln.“, so Johannes Rößle über seine Arbeit.

Der Bremer Reinhard Osiander schloss 1995 seine Ausbildung zum Holzbildhauer in Berchtesgaden ab, studierte bis 2003 Bildhauerei in Bremen. 2004 folgte der Abschluss als Meisterschüler. Schon 2000 erhielt er den Deutschen Holzkunstpreis auf der EXPO.
In Andechs realisiert er die „Blaskapelle auf Stelen“. Die Gruppe aus Eichenholz stellt auf sechs Säulen auf ihren Instrumenten spielende Musiker da, die in Form und Farbe an Mitglieder einer einheimischen Blaskapelle in Tracht erinnern. Am Kopf der Gruppe steht eine Dirigentenfigur, auf die die ganze Gruppe ausgerichtet ist. Durch das Zusammenstellen der Stelen entsteht aus einzelnen Musikantenfiguren das Gefüge einer Kapelle. Das ganze Ensemble wird durch die Gruppe der Säulen zu einem architektonischen Gebilde, das einerseits an eine Säulenhalle erinnert, anderseits wird die Gruppe der Holzstelen wieder zu einem Wald aus Musikanten. Die über zwei Meter hohen Stelen werden aus einem Stück Eichenholz gefertigt.

Heike Endemann aus Radolfzell zählte schon 2003 zu den Gewinnern des Symposiums. Sie studierte und promovierte zunächst im Fach Biologie und ist seit 1998 als Bildhauerin in eigener Werkstatt tätig.
„Das erste Rezept“ hat sie ihren Entwurf genannt, der aus Eiche gefertigt wird und bis zu vier Meter hoch sein wird. In einen ausgehöhlten Baumstamm werden mit der Kettensäge Öffnungen geschnitten, die an die Schriftzeichen auf Keilschriftdokumenten erinnern, aus denen Archäologen die Herstellung und den Genuss von biervergorenen Getreidesäften vor mehr als 4000 Jahren ableiten. Durch die gesägten Öffnungen/Zeichen wird die Skulptur durchscheinend und kann als (hölzernes) Dokument mit Schriftzeichen gesehen werden.
| Den Wettbewerb für Künstlerinnen und Künstler gibt es seit 2002. Eingeladen werden Künstler, die sich am öffentlichen Wettbewerb beteiligen und von der Jury ausgewählt werden. Die Gewinner werden nach Andechs eingeladen und fertigen auf dem Maibaum-Platz unterhalb des Klosters ihre Kunstwerke. Die entstandenen Kunstwerke sind Eigentum des Künstlers. Diese stellen die Kunstwerke für einen Zeitraum bis zu drei Jahren für die Ausstellung im Kloster- und Gemeindegebiet zur Verfügung. Seit einigen Jahren veranstalten die Künstler an einem Tag ein Ferienprogramm mit Kindern im Alter zwischen 7 und 11 Jahren. Für die Gestaltung erstellen sie ein erlebnispädagogisches Konzept. 2012 ist der Heilige Berg zum zehnten Mal Austragungsort des Symposiums "Kunst und Bier". Die Besucherinnen und Besucher des Hl. Berges können dann bis zum 20. August 2012 den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und so die Entstehung der Kunstwerke verfolgen. |
Aktuelle Presseinformationen zum Symposium "Kunst und Bier" 2012 finden Sie hier.