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Die Carl Orff-Festspiele im Kloster Andechs

Die Carl Orff-Festspiele im Kloster Andechs

von Marcus Everding

Orte sind wichtig, denn Orte haben einen Geist. Einen beliebigen Ort für Festspiele zu wählen hieße, beliebige Festspiele zu haben. Carl Orff, der bedeutende bayerische Komponist mit unbestrittener Weltgeltung, Kloster Andechs, das bedeutende benediktinische Kloster mit weithin bekannter Ausstrahlung. Hier ist Carl Orff begraben, hier wird er gespielt. Der Geist des Ortes verbindet sich mit dem Geist der Werke des großen Komponisten. Man kann den Atem hören. Daher spielen wir seit 1998 jährlich und lassen erklingen, was zwischen Partiturseiten steht. Jeden Sommer erwecken wir, was es immer wieder zu erwecken gilt. Die Schar der erweckten Werke ist bedeutend: Carmina Burnana, Trionfi, Bernauerin, Mond, Kluge, Antigonae, Astutuli, Sommernachtstraum. Aufgenommen in die Schar, wohlwollend umringt der Goggolori von Wilfried Hiller.

2 nach Orff (Foto: Stefan A. Schuhbauer - v. Jena)

Das Ziel der Festspiele ist, dem vielfältigen Werk von Carl Orff zu dienen, wie aber auch Künstlern, die sich dem Werk und Geist Orffs verpflichtet fühlen. Das Konzertprogramm ist Dank einer Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk und seinem Münchner Rundfunkorchester unter Ulf Schirmer erweitert worden. Die „Andechser ORFF- Akademie des Münchner Rundfunkorchesters“ wurde gegründet, unter Christian von Gehren, um im Sinne Orffscher Nachwuchsarbeit die Festspiele zu bereichern.

Seit der Spielzeit 2009 werden die Festspiele von Marcus Everding geleitet, als Nachfolger des erfolgreichen Hellmuth Matiasek.

Jährlich kommen viele Menschen nach Andechs, zunehmend auch wegen der Carl Orff-Festspiele. Diese haben sich verwurzelt, und der Baum wächst. Sommer für Sommer können ihn die Besucher betrachten, ihn bewundern, sich an ihm erfreuen, unter ihm Schutz suchen. Der Baum steht und wartet, ja, und er freut sich auch.