1982 wurde in einem Gutachten festgestellt, dass die Andechser Wallfahrtskirche eine Orgel benötigt. Das Kloster- und Kirchenjubiläum 2005 war der ideale Zeitpunkt, um den Neubau einer Orgel zu wagen. Durch Spendenaktionen half der Freundeskreis des Klosters Andechs bei der Realisierung des Orgelneubaus.
Das neue Instrument bildet die Summe einer langen Entwicklung in der Orgelbaugeschichte. Dem klassischen Vorbild entsprechend ist die Spieltraktur mechanisch und die Pfeifen stehen auf Schleifladen.
Der Spieltisch wurde wieder in den Orgelprospekt integriert, wodurch sich die Spielbarkeit des Instrumentes deutlich verbessert hat. Außerdem ist dadurch viel Platz für Chor und Orchester gewonnen.
Die Auswahl der Register (Disposition) erfolgte in Hauptwerk (1. Manual), Positiv (2. Manual) und Pedal im barocken Stil. Die Mensurierung (Maßverhältnis der Orgelpfeifen) der gesamten Orgel ist von dem einzigen Register, das aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist (Prospekt - Prinzipal) abgeleitet.
Mit dem dritten Manual wurde ein schwellbares Echowerk in den Unterbau des historischen Orgelgehäuses eingebaut. Dieses steht zwar ganz in der Tradition der süddeutschen Barockorgel, man hat sich aber in der Auswahl der Register und in der Intonation für die deutsche Romantik entschieden. So wird man in Zukunft auch die dunklen grundtönigen Farben zur Verfügung haben. Mit 5 Zungenregistern werden erstmals im Andechser Kirchenraum teils mächtige, teils exotisch exquisite Klänge hörbar werden, die es bisher nicht gab. So sind auch das Glockenspiel und der Zimbelstern ein Novum in der Andechser Kirche.
Die neue Orgel kann den Raum nicht nur klanglich füllen sondern auch mit einer großen Klangvielfalt die Herzen der Hörer öffnen. Und ist zu hoffen, dass das Wort von Johann Sebastian Bach in Erfüllung geht: „Dem Höchsten zur Ehre und den Menschen zur Freude“.
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