
Der Klosterladen befindet sich seit 1890 dort, wo bis 1803 die äußere Klosterpforte mit Wohnung für den „Thorwart“ untergebracht war, rechts neben dem Torbogen.Der ursprünglich durchgehende große Raum des Klosterladens war mit Deckenstuck aus der Wessobrunner Schule verziert.Dieser Stuck wurde leider durch Löscharbeiten zerstört, die beim großen Brand 1964 erforderlich waren, um das gesamte Gebäude zu retten. Nach diesem Brand wurde der Klosterladen für vier Jahre in die Alte Apotheke neben der Wallfahrtskirche ausgelagert. Der heutige Klosterladen zeigt noch den Zustand, wie er 1968 wiedereröffnet wurde. Er befindet sich an der Ostseite der Wallfahrtskirche.
Seit seinem Klostereintritt hat sich Frater Stephan Janker, seit 1972 Leiter des Andechser Klosterladens, um die Sammlung, Erhaltung und Erneuerung religiöser Volkskunst verdient gemacht. Der Ursprung religiöser Volkskunst liegt in der anonymen bäuerlichen Kunst- und Handwerkstradition. Ihre Blütezeit erlebte sie vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Andachts- und Erbauungsbilder entstanden in dieser Zeit. Der gesamte bäuerliche Lebensraum wie Stube, Haus, Hof, und Werkstatt wurde durch Bilder und Skulpturen, Bildstöcke, Haus-, Feld- und Bergkreuze, Kapellen, Kreuzwege und Kalvarienberge, Brunnen und Bildbäume entsprechend der eigenen religiösen Empfindung gestaltet. Ebenso bedeutsam sind künstlerisch gearbeiteten Gebetbücher, Rosenkränze, Votiv- und Weihegaben, Haussegen, Reliquiare und Wallfahrtsandenken.
Eine besondere Kostbarkeit religiöser Volkskunst, die Frater Stephan auch auf der ein oder anderen Krippenausstellung zeigt, ist die Figur des Jesuskindes. Davon gibt es drei Varianten. Einmal das stehende Jesuskind, wie es in vielen Klöstern den Ordensfrauen zur Andacht diente. Dann die vielfältige Nachbildungen des Jesuskindes in der Kirche „Ara coeli“ in Rom und verschiedene Formen des so genannten Fatschenkindls, eine in kostbare Windeln gewickelte Wachsabbildung des Jesuskindes. Ein Buch mit dem Titel „Andechser Kostbarkeiten“, das Frater Stefan Janker herausgebracht hat, zeigt in vielen teilweise ganzseitigen Farbaufnahmen einen kleinen Ausschnitt vom ganzen Reichtum der religiösen Volkskunst in Andechs und weit darüber hinaus. Es ist im Andechser Klosterladen zum Preis vom EUR 24,80 erhältlich.
In den Räumlichkeiten des heutigen Klosterladens befand sich - nach mündlicher Überlieferung - eine Wachszieherei, in der viele Votivkerzen hergestellt worden sind.
Wachs war damals ein kostbarer und teurer Rohstoff für die Kerzenherstellung. So wurden die meisten Votivkerzen um einen Holzkern herum gezogen, damit für die gewünschte Dicke des unteren Teils Material gespart werden konnte. Dieser Teil der Votivkerze wurde dann üppig verziert und mit einem Eisendeckel versehen, der in einem Dorn auslief. Darauf konnte eine dünnere Kerze, die in der Kirche abgebrannt wurde, befestigt werden.
| Sommerzeit: | |
| An Werktagen | 10:00 Uhr bis 17:30 Uhr |
| An Samstagen, Sonn- und Feiertagen: | 10:00 Uhr bis 18:30 Uhr |
| Winterzeit: | |
| An Werktagen | 10:00 Uhr bis 17:30 Uhr |
| An Samstagen, Sonn- und Feiertagen: | 10:00 Uhr bis 17:30 Uhr |
| An Weihnachten (25. u. 26. Dez.) | ist der Klosterladen geschlossen |
| An Karfreitag | ist der Klosterladen geschlossen |