Abtei Sankt Bonifaz

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Das Kloster Andechs ist das Wirtschaftsgut der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München. Die Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs bildet ein Kloster an zwei Orten. Mit seinen Wirtschaftsbetrieben ermöglicht das Kloster Andechs das pastorale, wissenschaftliche und soziale Engagement der Mönche in Sankt Bonifaz.

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FREUNDESKREIS KLOSTER ANDECHS E.V.

KLEINE GESCHICHTE DES VEREINS Freundeskreis Kloster Andechs e. V. anlässlich des 30jährigen Bestehens im Jahr 2016

1.    Die Gründungsjahre bis 1986.

Die Gründungsversammlung des Vereins fand am 17. Juni 1986 statt. Aber schon Jahre vorher waren Bestrebungen im Gange, die vielfältigen kulturellen Angebote, insbesondere die von Anton Ludwig Pfell begründeten Kirchenkonzerte, im Kloster zu bündeln, zu strukturieren und nach außen als einheitliches Kulturangebot des Klosters zu präsentieren. Abt Odilo Lechner war in dieser Vor-Vereinszeit der Mittler und Koordinator, Wolfgang Schüle der hauptsächliche Initiator. Die Bestrebungen, die kulturellen und spirituellen Veranstaltungen aus einer Hand zu organisieren, waren hauptsächlich getragen von dem Gedanken, die geistig kulturelle Erscheinung des Klosters nach außen zu stärken, damit der an das Kloster angeschlossene Bierkonsum nicht so prägend dominiert. In diese Zeit fallen schon die Ideen und Vorschläge, eine neue Orgel anzuschaffen, Carl Orff- Festspiele zu veranstalten und -bisher nicht verwirklicht- ein Pilgerhospiz zu errichten.
Die Gründungsmitglieder des Vereins waren Josef Othmar Zöller, Wolfgang Schüle, Annemarie Jäger, Pater Benedikt Biller, Kurt Mock, Anton Ludwig Pfell und Dr. Ludwig Macher, ab 1987 zusätzlich Ludwig Mörtl.  Der damalige Cellerar, Pater Anselm Bilgri, unterstützte  die Vereinsgründung und die folgenden Vereinstätigkeiten nach Kräften.

2.    Die ersten Jahre nach der Vereinsgründung bis 1999.

Die erste Jahreshauptversammlung mit 51 Mitgliedern fand am 29. November 1987 statt. Vorsitzende des Vereins waren Josef Othmar Zöller und Wolfgang Schüle (beide bis 1999). In den ersten Jahren übernahm der Verein die Durchführung der Konzerte in der Wallfahrtskirche bis 1992 sowie das bereits seit des 50er-Jahren von Frau Dr. Weber  organisierte Volksmusiksingen, die Ausstattung des Bibliotheksaales mit neuer Bestuhlung und die Möblierung des Graf-Berthold-Saales im Fürstentrakt des Klosters. Mitbegründet wurde auch die Vortragsreihe  „Collegium Benedictinum“ sowie die jährlich stattfindenden Behinderten- und Familientage. Vorträge, insbesondere mit geschichtlichem Hintergrund, und weitere Gesprächsrunden mit zum Teil herausragenden Persönlichkeiten, z.B. mit dem damaligen Kultusminister Hans Maier und SKH Franz von Bayern, sowie Literaturtage mit bedeutenden Schriftstellern, z.B. Gert Heidenreich, Martin Walser u.a.  ergänzten das Programm. Zu erwähnen ist noch der 1989 erschienene Bildband über Andechs von Florian Werner mit Beiträgen von Abt Odilo Lechner, Pater Anselm Bilgri und Josef Othmar Zöller.
 
Die Organisation und Durchführung der von Anton Ludwig Pfell ins Leben gerufenen und von ihm geleiteten Konzerte, die meisten mit seinen zwei Chören, die einen immer  größeren Rahmen und Aufwand erforderten, sowie anderer Musikveranstaltungen übernahm ab 1992 das Kloster in eigener Regie, so auch die ab 1998 unter der Leitung von Hellmuth Matiasek durchgeführten Carl Orff-Festspiele im neu renovierten Florianstadel.

Herausragende, vom Freundeskreis angeregte, initiierte oder organisierte Veranstaltungen in diesen Jahren waren noch :
1988  Weihnachtsgeschichte von Carl Orff
1993  Bayerische Landesausstellung „Herzöge und Heilige“
           in diesem Rahmen die Hedwigswoche anläßlich des 750. Todestages der
           Hl. Hedwig, hierzu das Buch im Prestel Verlag „Andechs, der heilige Berg“
           herausgegeben von Karl Bosl, Abt Odilo Lechner, Wolfgang Schüle,
           Josef Othmar Zöller.
         
Reisen „Auf den Spuren der Andechs-Meranier“
1994  nach Südtirol
1995  nach Bamberg zum Kaiserdom


1995  das Osterspiel von Carl Orff
1996  die Andechser Osterpassion von Paul Konrad Kurz unter der
           Regie von Wolf Euba
1996  Ausstellung der Skulpturkünstlerin Christine Stadler in Andechs
1998  Opernaufführung „les deux reines“ von Charles Gounod im
           Prinzregententheater             
1998  Festwoche Carl Orff in Andechs
Die Zahl der Vereinsmitglieder stieg bis 1999 auf 283 Mitglieder.


3.    Die  Jahre 1999 bis 2011.

Josef Othmar Zöller und Wolfgang Schüle traten 1999 als Vorstandvorsitzende zurück. An deren Stelle wurden Rupert Graf Strachwitz und Toni Aigner gewählt. Wolfgang Schüle war bis 2001 weiteres Mitglied des Vorstands. Das neue Vorstands-Duo Strachwitz/Aigner knüpfte an die intensive Auseinandersetzung der Vorjahre mit der Geschichte des Klosters Andechs und dessen Vorgeschichte an, indem weiterhin von namhaften Persönlichkeiten, wie z.B. dem damaligen Wissenschaftsminister Thomas Goppel, der Historikerin  Claudia Märtl, dem damaligen Präsidenten des Zentralkommitees der deutschen Katholiken Alois Glück, dem Literaten Helmut Zöpfl und anderen Vorträge und Symposien abgehalten wurden. Anläßlich des 20-jährigen Bestehens im Jahr 2006 gab der Freundeskreis die Festgabe „Albrecht Haushofer – Im Auge des Zyklon“ von Gertraud Meyer heraus. Zudem wurde im Kirchheim Verlag die Edition Andechs aufgelegt, die in 7 Bänden erschien und den Vereinsmitgliedern zur Verfügung gestellt wurde.

Im einzelnen:
2008  Band 1,    Toni Aigner Die Chronik von Andechs und der frühe Buchdruck
2008  Band 2,    Abt Odilo Lechner u.a. Carl Orff und der Heilige Berg Andechs
2009  Band 3,    Andreja Erzên u.a. Elisabeth von Thüringen
2010  Band 4,    Hans Maier u.a. Die Orgel und die Musik auf dem Heiligen Berg
2011  Band 5,    Rupert Graf Strachwitz u.a.  Christen und Nationalsozialismus
2013  Band 6,    Toni Aigner Das Andechser Heiltum. Religion und Politik im
                             Haus Wittelsbach
2014  Band 7,    Brigitte Kasch-Schäfer Pater Placidus Scharl OSB von
                             Andechs 1731 – 1814

Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang auch die geschichtsliterarischen Werke über Andechs von Wolfgang Schüle, nämlich
2003    Agnes von Andechs-Meranien, Königin von Frankreich
2009    Der Tod einer Königin, Gertrud von Andechs-Meranien, Mutter der hl. Elisabeth.

Die Aufarbeitung der Geschichte und Vorgeschichte des Klosters Andechs aus diesen Jahren stellt einen  bedeutenden und unschätzbaren Wert der Arbeit des Freundeskreises dar, auch für die Nachwelt.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die von Toni Aigner organisierten Reisen, die immer einen Bezug zu  Andechs bzw zu Benediktinerklöstern oder nahestehenden Orden hatten sowie die Kurzreisen und Tagesausflüge zu anderen Klöstern und deren Umfeld. Im einzelnen:

Herbst 1997        Stein/Kamnik (Slowenien; ursprüngliche Burg der Grafen von Andechs)
Herbst 1999        Kamnik; Ausstellung über die Grafen von Andechs
Herbst 2000        Kamnik; Symposion „die Andechs-Meranier“
19.-22.4.2001     Windischgrätz/Aquileja. Feierliche Übergabe der Tafel am Grab
                              des Grafen von Andechs Berthold V. in der Kathedrale von Aquileja
                              anläßlich dessen 750. Todestages
28.-31.10.2004  Streifzug durch das ehemalige Gebiet Andechs-Meranien in Slowenien
                              und Kroatien; Spende zur Erhaltung der ursprünglichen Burg
12.-15.10.2006   Schlesien, an das Grab der Hl. Hedwig
Herbst 2007        Eisenach,Wartburg, an das Grab der Hl. Elisabeth
Sommer 2008     Klöster Rohr und Weltenburg
23.3.- 1.4.2009   Rom; an das Grab des Nikolaus von Kues
23.4.- 25.4.2010 Trier, Kues; auf den Spuren des Nikolaus von Kues
Herbst 2010        Klöster Ottobeuren, Buxheim und Roggenburg
7.6.-11.6.2011     Istanbul; auf den Spuren der Andechser Kreuzfahrer
Sommer 2012     Kloster Ottobeuren
28.4.-1.5.2013     Prag; Benediktinische Begegnungen
Sommer 2013     Kloster Metten
Sommer 2014     Europa-Kloster Gut Aich bei St. Gilgen am Wolfgangsee
27.2.- 5.3.2016    das Heilige Land    

Noch besonders hervorzuhebende Ereignisse:
2005 Einweihung der neuen Orgel anläßlich der Gründung des Klosters Andechs vor 550 Jahren im Jahr 1455. Der Freundeskreis hat in Kooperation mit dem Rotary-Club Ammersee wesentlich zur Finanzierung der neuen Orgel beigetragen, indem ein mehrmaliger über die Jahre erfolgter Spendenaufruf durchgeführt wurde, der Verkauf von Orgelpfeifen der alten Orgel und die Patenschaft für neue Orgelpfeifen  organisiert wurde und schließlich die Durchführung der Finanzierung der neuen Orgel auf die Füße gestellt wurde. Von den Gesamtkosten der Orgel iHv 550.000 € trug der Freundeskreis über Spenden und Zuwendungen ca. 140.000 € bei. Eine „tabula sponsorum“ ist im Klosterhof ausgestellt.

2007 Festwochenende zum 800. Geburtstag der Hl. Elisabeth mit der Vorstellung  einer Sondermünze.

4.    Die letzten fünf Jahre von 2011 bis 2016.

Nach dem Rücktritt von Rupert Graf Strachwitz als erster Vorsitzender trat ab 2011 Nikolaus Neumaier an seine Stelle. Zweiter Vorsitzender blieb bis 2015 Toni Aigner. Bei der Neuwahl des Vorstandes im Jahr 2015 wurde Nikolaus Neumaier als Erster Vorsitzender bestätigt. Zweiter Vorsitzender wurde Pater Anno Bönsch, wodurch die enge Zusammenarbeit mit dem Kloster zum Ausdrck gebracht werden soll. Die Stelle des neu geschaffenen dritten Vorsitzenden übernahm Uli Stumbaum.

Neben den Reisen und der Auseinandersetzung mit der Geschichte von Andechs (zu beidem siehe oben unter 3.) und neben der Fortführung von Vorträgen und literarischen Lesungen, teilweise mit feiner klassicher Musikbegleitung, war in der Zeit bis 2015 neuer Schwerpunkt die Förderung  der Carl Orff-Festspiele durch die Zusammenarbeit mit deren seit 2008 berufenen Leiter Marcus Everding. Es fanden sog. Werkstattgespräche und Probenbesuche statt und der Freundeskreis hat nach seinen Möglichkeiten die Festspiele finanziell unterstützt. Nachdem die Carl-Orff Festspiele mit den Aufführungen im Jahr 2015 zunächst ihr Ende gefunden haben und das Kloster die Carl Orff-Tradition und das Musikleben mit klassischer Musik ab 2016 neu organisiert hat, ist es das Ziel des Freundeskreises ab 2016, die kulturelle und geistige Unterstützung des Klosters neu auszurichten, indem das Kulturangebot des Klosters für jedermann sinnvoll ergänzt wird im Sinn der Stärkung des Klosters als geistig-kulturelle Institution, die als solche in der Region und darüber hinaus verstärkt wahrgenommen werden soll.
Der Freundeskreis hat derzeit rund 260 Mitglieder.

5.    Ausblick.

Das Engagement des Freundeskreises war in all den Jahren des Bestehens hoch motiviert und hat wohl dazu geführt, dass vielfältige kulturelle Angebote des Klosters dessen geistig-kulturelles Leben außerhalb der Klostermauern prägen. So ist auf ein ursprüngliches Ziel des Freundeskreises hinzuweisen, das seiner Realisierung harrt: das Pilgerhospiz. Vielleicht liegt in der finanziellen Unterstützung dieses Projekts ein Schwerpunkt der künftigen Ausrichtung des Freundeskreises, wenn nur das Kloster dieses Vorhaben aufgreift und verwirklicht. Überzeugungsarbeit ist angesagt.

Verfasst von Dr. Ludwig Macher im März 2016.

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